faktor-x.info wird seit Dezember 2011 nicht mehr gepflegt und steht nur noch als Archiv im Internet.

Aktuelle Informationen finden Sie im Lexikon der Nachhaltigkeit - www.nachhaltigkeit.info

Druckansicht schliessen

Hamburger Unternehmen für Ressourcenschutz

Die Backstube von Günter Hansen in Hamburg benötigt täglich 900 Liter warmes Wasser. Wie macht man das? Mit Gas. Es geht aber auch anders: Indem man die abgeführte Energie aus den Kühlschränken verwendet; dabei wird das Wasser durch den heißen Kältemittelstrom geführt. So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Die jährliche Ersparnis von Günter Hansen: 1 500 €.

Ein relativ kleiner Betrag – verglichen mit anderen Projekten des Programms "Unternehmen für Ressourcenschutz" der Hansestadt Hamburg. Seit dem Frühjahr 2002 wurden insgesamt 200 Maßnahmen realisiert, 19 Mio. € haben die Betriebe dabei aus eigener Kraft investiert.

Vordringliches Ziel des Programms ist es, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten; Energie- und CO2-Reduktion stehen im Zentrum der Aktivitäten. Dass die Betriebe damit zugleich ihre Kosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit steigt, gehört dazu. Mehr noch: Nur so funktioniert es.

"Unternehmen für Ressourcenschutz"  ist ein Programm der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt. Es basiert auf Erfahrungen mit Energie-Effizienzmaßnahmen, die man bei öffentlichen Gebäuden gesammelt hat.
 Konkret: Die Behörde bietet Hamburger Unternehmen einen kostenlosen Erst-Check vor Ort an, um Einsparmöglichkeiten aufzuspüren. Bei komplexen Effizienzmaßnahmen entwickeln externe Ingenieursbüros Expertisen und berechnen die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme; bis zu 50 % dieser Kosten übernimmt die Behörde. Die Investitionen selber – z.B. neue Lichtanlagen – können ebenfalls zu 30 % bezuschusst werden. Insgesamt stehen dafür im Programm rund drei Mio. € jährlich bereit.

Auch in Hamburg zeigt sich: Bei kleinen und mittleren Unternehmen sind Kenntnisse über Möglichkeiten von Ressourcen- und damit Kostenersparnis kaum vorhanden; es fehlt am Nötigsten, auch an der Zeit, sich mit solchen Fragen überhaupt zu befassen.
Mehr im
Interview mit dem Leiter des Programms, Dr. Hinrich Hartung.